Der Eintrittstest gibt Aufschluss

Der Verein Therapiehunde Schweiz (VTHS) führt mit dem zukünftigen Therapiehundeteam routinemässig einen Eintrittstest durch. Damit wird sichergestellt, dass die knappen Kursplätze mit geeigneten Teams besetzt werden.

Welche Grundvoraussetzungen der Hund bereits mitbringen muss:

  1. Der Hund soll, ohne zu ziehen an lockerer Leine mit seinem Besitzer laufen können, mit Seitenwechsel links und rechts. Er soll von einer Fremdperson geführt werden können.
  1. Der Hund soll ohne zu knurren, bellen oder Angriffslust zu zeigen, an der Leine, unter ebenfalls angeleinten, fremden Hunden durcheinander laufen können.
  1. Der Hund soll sich ruhig verhalten (Sitz! oder Platz!), wenn sich 2 Hundeführer mit angeleinten Hunden begrüssen, sich die Hände reichen und kurz plaudern.
  1. Der Hund soll ruhig dulden, wenn ihn eine Fremdperson überall am Körper berührt und die Lefzen hebt.
  1. Der Hund soll bei unerwarteten Geräuschen (z.B. wenn etwas scheppert) nicht ausrasten oder sich ängstlich-verstört zeigen. Einmaliges Bellen, Aufspringen oder einen Moment der Unsicherheit ist erlaubt.
  1. Der Hund soll wenig Reaktion zeigen, wenn ein Mensch an Krücken einen Stock hochzieht. Unerwünscht sind aggressive oder beschützerische Reaktionen.
  1. Der Hundeführer soll zeigen, dass er mit seinem Hund kurz spielen und ihn dann wieder zur Ordnung rufen kann (mit oder ohne Spielzeug).
  1. Der Hund sollte neben einem Gefährt (Einkaufswägelchen, Kinderwagen usw.) angeleint laufen können.
  1. Der Hund soll einige Min. unangeleint sitzen oder liegen bleiben, wenn der Hundeführer ca. 10 m von ihm entfernt ist.

Die Prüfung bringt es an den Tag

Die Prüfungen

Während dem Kurs sind eine schriftliche Prüfung und am Schluss zwei praktische Tests (Basis- und Fähigkeitstest) zu bestehen.

Der Basistest besteht aus fünf Prüfungsaufgaben. Diese beinhalten Prüfungsübungen zur Hundeerziehung, zur Ablenkbarkeit des Hundes sowie zum passenden Verhalten gegenüber fremden Menschen und anderen Hunden. Der Fähigkeitstest umfasst sieben Prüfungssituationen mittels derer herausgefunden wird, ob der Hund zuverlässig, kontrollierbar und menschenbezogen ist. Im schriftlichen Test müssen 80% der Fragen korrekt beantwortet werden um die Prüfung zu bestehen.

Trainer tragen grosse Verantwortung

Die Teamtrainer haben eine verantwortungsvolle Aufgabe: Mensch und Hund sollen zu einem Team geformt werden, bei dem einer den anderen «versteht». Das Hundeverhalten muss richtig gedeutet werden, um artgerecht und situationsbezogen handeln zu können. Der Hund muss an verschiedenste Situationen gewöhnt werden und der Mensch soll lernen, leise Töne wahrzunehmen, Körperbotschaften des Patienten zu deuten, den Wunsch nach Nähe oder Distanz zu respektieren, einfühlsame Gespräche zu führen, Geduld zu üben, mitzulachen oder mitzutrauern.

Mit Hilfe der Trainer lernt der Mensch, seinem Hund zu vertrauen und abzuschätzen, wann er das Tier ohne Anleiten gewähren lassen darf und soll. Hunde besitzen die erstaunliche Fähigkeit, subtilste äussere Zeichen zu deuten, innere Vorgänge im Menschen zu erspüren und richtig darauf zu reagieren. Für den Erfolg eines Teams ist entscheidend, einen passenden Einsatzbereich zu finden. Zur Zeit sind 32 Teamtrainer und 16 Richter im Einsatz des VTHS (Stand Februar 2016).