Spannende Erfahrungen von Aktivmitgliedern

Therapiehunde-Einsätze wirken

Die Einsätze sind meist anstrengend für Mensch und Tier. Die Aktiven tauchen während ihren Besuchen in «andere Welten» ein und begegnen Mitmenschen, deren Lebensumstände von den ihren stark abweichen. Sie können in Situationen geraten, die verunsichern, aufwühlen und erschüttern. Von den Besuchten kommt aber auch viel zurück: Zuneigung, Freude und gute Gefühle. Die regelmässigen Einsätze in Institutionen bringen neue Erkenntnisse, schaffen vertiefte Einsichten und fördern die eigene Sozialkompetenz. Die sehr spezielle Zusammenarbeit mit dem Haushund ermöglicht ein von Respekt, Achtung und Vertrauen geprägtes Verhältnis zum Tier. Immer wieder erzählen Aktivmitglieder, dass die Einsätze für sie eine grosse Bereicherung im Alltag darstellen.

Aktivmitglieder berichten

«Wenn ein Hund in eine Institution kommt, so verändert sich manches, nicht nur bei den Bewohnern oder den Patienten, sondern auch beim Personal. Die Atmosphäre entspannt sich, Heiterkeit kommt auf, Freude am Kontakt mit dem Tier verbreitet sich. Gespräche nehmen eine Wendung weg von Angst und Schmerzen, hin zu Themen mit positivem Einschlag; verloren geglaubte Fähigkeiten von Patienten stellen sich manchmal wieder ein.»
Ursula Sissener, ehemalige Präsidentin des VTHS

«... , dass Therapiehunde-Teams in allen verschiedenen Persönlichkeitsbereichen der besuchten Personen erfolg- und einflussreich arbeiten. Die meisten Erfolge werden dort erzielt, wo es um Gefühle, Selbstkonzept, Beziehungs- und Kommunikationsfähigkeit, Bedürfnisse, Wahrnehmung und Sozialverhalten geht. Die Veränderungen zeigen deutlich positive Einflüsse auf die Persönlichkeitsentwicklung und somit eine Verbesserung der Lebensqualität der besuchten Personen auf.»
Zusammenfassung der Diplomarbeit von der Sozialpädagogin HFS, Myriam Rüede

«'Ajscha' ist eine sechsjährige Westie-Hündin und seit gut drei Jahren im Einsatz. Einmal pro Woche besuchen wir die Kinder im Heim, die meisten von ihnen sind mehrfach körperlich behindert. In der Regel ist es eine kleine Gruppe von drei bis vier Kindern, die 'Ajscha' streicheln, liebkosen, kämmen oder Leckerli füttern. Aber am meisten Zuwendung bekommt sie vom sechsjährigen Marco. Er ist körperlich und geistig stark beeinträchtigt und liebt es über alles, wenn 'Ajscha' mit ihm 'schmüselet' und ganz für ihn da ist. Am liebsten berührt Marco die Hündin mit dem Kopf: Er senkt ihn jeweils ganz langsam und vertieft sich danach in die Berührung.»
Arlette Jörg zu Besuch bei der Bündnerischen Stiftung in Chur

«Wir besuchten eine alte Dame in einer Pflegewohnung und konnten sie dank 'Pretty' viele Male zu einen Spaziergang im Rollstuhl im Freien bewegen, den sie zusammen mit dem Personal nicht unternehmen wollte. Sie amüsierte sich über 'Prettys' einstudierte Tricks und brachte ihr auch selbst einen bei. Manchmal hatte sie nur den Wunsch, 'Pretty' zu streicheln, zu bürsten oder gemeinsam ein 'ungewolltes' Nickerchen zu machen. Auch vom Pflegepersonal wurde uns bestätigt, dass unsere Besuche immer mit Freude erwartet wurden und 'Pretty' so manche aufflackernde Altersdepression auffangen konnte.»
Brigitte Schenk

«Wie wichtig unsere Arbeit ist, zeigt sich jeweils während der Besuche in der Strafvollzugsanstalt. Die Insassen streicheln 'Joschki' und 'Xando' liebevoll, geniessen den Körperkontakt, spielen oder erzählen den Hunden etwas. Ja, unsere Einsätze sind sinnvoll, denn sie helfen jedem Gefangenen, sich bewusst zu werden, dass auch er positive Gedanken und Emotionen in sich trägt. Dies gibt ihm Kraft und die Zuversicht, sein Leben zum 'Besseren' verändern zu können.»
Bettina Stalder und Loredana Scheiwiller

«Am allerschönsten waren 'Ambras' Einsätze in Schulen und Kindergärten. Die strahlenden Augen der Kinder beim Streicheln, Füttern, Bürsten und Spielen oder das Vertrauen, das auch bei ängstlichen Kindern heranwuchs, das waren Sternstunden.»
Yvette Traeber

«'Quinta' lag mit einem schwer behinderten Kind auf der Matte, legte eine Pfote auf dessen Körper und liess es einfach ihren ruhigen Atem spüren. Manche hyperaktiven Kinder sassen auch mit ihr auf einer Bank und streichelten sie einfach.»
Verena Loosli

«Bei den wöchentlichen Besuchen in der geschlossenen Pflegeabteilung hat 'Jana' immer jede Person in der Runde begrüsst. Eine besondere Patientin dabei war eine verwirrte junge Frau. Dank dem Hund hatte sie zeitweise wieder den Kontakt aus ihrer inneren Gefangenheit in die äussere Welt gefunden. 'Jana' war für alle Bewohner eine grosse Bereicherung und wurde jede Woche sehnlichst erwartet.»
Ildico Schäfer

«Seit einigen Jahren besuchen wir Hardy, ein schwer behinderter Patient. Das gegenseitige Vertrauen begann langsam zu wachsen. Inzwischen kann Hardy seine Hände ruhig auf 'April' lassen, ohne dass der bekannte 'Rückzugsreflex' einsetzt. Mit seinen Augen sucht er nach der Hündin, wenn sie aus seinem Blickfeld verschwindet. Es tut gut, mit 'April' zusammen einen aktiven Beitrag zu leisten und bei Hardy die Eigen- und Fremdwahrnehmung zu fördern.»
Christina Sallaz

«Die Bewohner sassen im Aufenthaltsraum an Tischen und lasen Zeitung oder dösten vor sich hin. Es dauerte einige Zeit, bis sie auf den Hund aufmerksam wurden. Sobald sie ihn allerdings entdeckt hatten, redeten sie über ihre eigenen Hunde, die sie früher hatten. 'Lara' ging zu allen hin und liess sich ausgiebig streicheln. Da und dort leckte sie auch eine Hand, was die Bewohner lustig fanden. Das Personal war dagegen eher vorsichtig, da Rottweiler leider einen schlechten Ruf haben. Als die Bewohner sahen, wie vorsichtig und ängstlich sich das Personal verhielt, lachten sie die Pflegenden aus und meinten: 'Das ist doch ein lieber Hund …!'»
Brigitte Baur

«Ein besonderes Verhältnis hat 'Tara' zu einer sehr depressiven Frau, die manchmal überhaupt nicht aufstehen möchte und sich in ihr abgedunkeltes Zimmer zurückzieht. 'Tara' schafft es, dass die Frau aufsteht und sogar etwas isst. Sie geniesst den Kontakt zu 'Tara' ganz besonders, wenn die Hündin sich zu ihr aufs Sofa legt und sich so richtig an sie herankuschelt oder ihr unter dem Tisch den Kopf auf die Füsse legt. Die Anwesenheit des Hundes bedeutet für die Frau Zuneigung, Wärme und Motivation.»
Silvia Schmidli